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Thursday, February 28, 2013

Marilya 1


26 sec


Meine Kindheit in Deutschland
Guten Tag. Mein Name ist Marilya Reese. Ich bin gebürtige Amerikanerin, aber ich bin in Deutschland groß geworden. Das heißt, ich bin mit zwölf Jahren nach Hamburg gekommen, und in Hamburg war ich in einer internationalen Schule, wo man Deutsch als “Geheimsprache” benutzt hat. Das heißt, wir Englisch-Sprechende haben Deutsch nur gelernt, um an den Lehrern vorbeizukommen.

Marilya 2


56 sec


Danach bin ich mit fünfzehn nach Schweden gekommen, wo ich in eine deutsche Schule gekommen bin, und da habe ich richtig Deutsch gelernt, weil das natürlich die Sprache von allen dort war.  Und nachdem ich in Schweden gewesen bin, sind wir dann in die USA zurückgekommen, wo ich Gott sei Dank da Deutsch weiter studieren konnte. 
Meine Kinder (die sind mittlerweile fast erwachsen) sind mit Deutsch groß geworden. Das heißt, für mich und meinen damaligen Ehemann war das ein kleines Deutschland mitten in Amerika ... was sehr ungewöhnlich ist, zumal ich eigentlich keine Muttersprachlerin bin, aber es hat sich auf jeden Fall gewehrt (gelohnt?).
Seitdem bin ich alle zwei Jahre in Berlin gewesen, und meine Kinder möchten gern einmal in Berlin studieren. Eine von ihnen war schon ein halbes Jahr dort und hatte Au-pair-Mädchen gemacht.

Marilya 3


18 sec


Der Junge, der mittlerweile sechzehn ist, möchte ganz gerne Fußballprofi werden. Ob das was wird, weiß ich nicht – man weiß ja nie, was einem in der Zukunft vorsteht – aber das kann wahrscheinlich (zumal er sehr talentiert ist) auf jeden Fall eine Möglichkeit sein.

Marilya 4

1:21

Tuesday, February 26, 2013

Stefanie 1 part 1

19 sec


Grüß Gott, ich heiße Stefanie Schwarz und ich komme aus Niederbayern. Niederbayern ist ein schönes Fleckchen Erde in Bayern in Süddeutschland.  Das Dorf aus dem ich komme heißt‚ Einkind’ und ist eine Streusiedlung, das bedeutet dass die einzelnen Häuser sehr weit voneinander gebaut wurden und es kein Dorfzentrum gibt.

Stefanie 1 part 2




Wir haben also keine Kirche und keinen Dorfplatz. Ich bin in Einkind aufgewachsen und in der nächsten größeren Stadt, das ist Deggendorf, zur Schule gegangen. Bis zur Grundschule in Deggendorf mussten wir immer etwa 45 Minuten mit dem Bus fahren. Später im Gymnasium bin ich dann oft mit dem Fahrrad oder dem Motorrad gefahren, als ich dann meinen Führerschein hatte.

Stefanie 1 part 3

Mit 21 Jahren bin ich dann für mein Studium zuerst nach Halle a.d. Saale in Sachsen-Anhalt und eineinhalb Jahre später zurück nach Bayern, nach Regensburg gezogen. Heute bin ich 31 Jahre alt und studiere an der ASU. Ich mache hier meinen Master in Deutscher Philologie und unterrichte gleichzeitig als Lehrassistentin: Ich lehre die Deutsche Sprache in Sprachkursen für das Grundstudium. 

Stefanie 2



Wen gibt es in deiner Familie? Meine Familie ist sehr klein: Meine Mutter ist 1954 geboren und hat früher als Friseurin gearbeitet, bevor sie mit 27 Jahren Hausfrau wurde. Das war ungefähr ein Jahr bevor ich 1981 geboren wurde. Ich habe noch zwei Geschwister, einen jüngeren Bruder und eine jüngere Schwester. Mein Bruder heißt Ludwig und meine Schwester heißt Theresia. Und man muss sagen, eigentlich heißt sie Theresia. Sie mag aber ihren Namen überhaupt nicht und will ‚Theresa’ genannt werden. Mein Bruder hat vor drei Jahren sein Studium an der Fachhochschule in Deggendorf abgeschlossen und arbeitet seitdem bei einer lokalen Baufirma als Bauingenieur, genau wie das mein Vater bis zu seiner Verrentung vor acht Jahren getan hat. Mein Vater ist acht Jahre älter als meine Mutter und der lustigstet und humorvollste Mensch, den ich kenne! Zur Familie gehören auch noch meine Oma Katharina und mein Onkel Paul. Mir fällt gerade auf, dass das mit dem „Ich mag meinen Namen nicht“ wohl in der Familie liegen muss: Auch meine Oma mag ihren eigentlichen Namen nicht und wir von uns allen nur „Oma“ oder „Käthe“ genannt. Wen gibt es denn noch? Mein Onkel, der Bruder meines Vaters, hatte viele verschiedene Berufe, bevor er in Rente ging: Er hat in einem Verlag gearbeitet, als Auto-Mechaniker und zuletzt als LKW-Fahrer.

Stefanie 3



Welche Feste und Feiertage feierst du?

Ich bin im katholischen Teil von Bayern groß geworden und auch in der christlichen Tradition erzogen worden. Zwei meiner Tanten waren im Kloster, und vor allem von der Seite meiner Mutter und meiner Großmutter mütterlicherseits wurden viele christliche Traditionen an uns Kinder weitergegeben. Wir feiern alle christlichen Hochfeste der katholischen Kirche, wie zum Beispiel Ostern und Weihnachten. Auch viele der kleineren Feiertage, wie Aschermittwoch, Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Allerheiligen, den Volkstrauertag, den Buß- und Bettag, und den Totensonntag. Das sind Feiertage, die wir feiern. An diesen Feiertagen gehen wir in die Kirche, essen gemeinsam und verbringen viel Zeit miteinander. Bis auf den obligatorischen Kirchgang, da muss man sich sehen lassen. Sonst bleiben wir zu Hause, denn an diesen sogenannten „stillen Feiertagen“ herrscht ein offizielles Tanzverbot. Das heißt, dass ab etwa zur Mittagszeit in Bayern nicht mehr getanzt werden darf. Das heißt, Disko oder geselliges Beisammensitzen gibt es nicht. Aber natürlich gibt es auch Feste, die nicht ganz so ernst sind! Meine Familie feiert Kirchweih im Nachbarort, und natürlich die Namenstage und Geburtstage unserer Familienmitglieder. Dann schenken wir uns gegenseitig eine kleine Aufmerksamkeit, essen frisch gebackenen Kuchen von meiner Mutter, trinken Kaffee und gehen danach spazieren. Die größten Feste sind aber immer noch die kirchlichen Feiertage.

Stefanie 4




Erzähl uns von einem tollen Erlebnis aus deiner Kindheit.

Ich war als Kind ein richtiger Wildfang. Sie können sich vielleicht vorstellen, dass ich zusammen mit meinen Geschwistern ziemlich viel Unfug getrieben habe. Wir haben auf dem Land gewohnt, und wir hatten daher richtig viel Platz für unseren Schabernack! Als ich etwa 9 Jahre alt war – mein Bruder war mit 7 Jahren zwei Jahre jünger – haben wir im Wald neben unserem Haus einen Bach gehabt, den wir aufgestaut haben. Wir haben einen Damm gebaut, wie wir das von den Biebern gesehen hatten. Wir haben den ganzen Vormittag gebraucht, um die vielen Äste für unseren Naturdamm zu sammeln. Wir waren mit dem Dammbau gerade fertig geworden und hatten eben erst zu spielen begonnen, als uns meine Mutter zum Mittagessen rief. Ich weiß gar nicht mehr, was wir an diesem Tag den Nachmittag über gemacht haben – jedenfalls haben wir unseren Damm vergessen. Der Damm hat gestaut und gestaut und das Wasser ist höher gestiegen. Am nächsten Tag hatte das aufgestaute Wasser den Fahrweg komplett aufgeweicht, denn der Bach lief in einem natürlichen Tunnel unter einem nicht befestigten Forstweg hindurch. Unser Nachbar, dem das Forststück gehörte, hat das am Morgen gesehen. Gott sei Dank war mein Vater Bauingenieur! Ich und meine Geschwister haben wirklich den besten Papa der Welt gehabt. Wir haben in Gott sei Dank immer noch. Er hat nur ein bisschen mit uns geschimpft, dann etwas ungläubig den Kopf geschüttelt und aus vollem Herzen gelacht. Ich kann mich nicht mehr erinnern wie alles genau abgelaufen ist, aber mein Vater hat dann von seiner Baufirma einen Bagger ausgeliehen und eine Betonröhre organisiert. Gemeinsam mit meinem Onkel und unserm Nachbarn hat er dann den Forstweg mit dem kleinen Tunnel für den Bach wieder hergestellt. Wenn ich heute bei meinen Eltern zu Besuch bin und auf dem Weg in die Stadt durch den Wald gehe und auf dem besagten Forstweg über den Bach gehe, muss ich immer lachen und an dieses Kindheitserlebnis denken. Und vor allem daran, was für liebe und verständnisvolle Eltern ich habe. Denn ich glaube, alle anderen Eltern hätten ihre Kinder für so einen Schabernack hart bestraft.

Stefanie 5



Wo hast du deinen letzten Urlaub verbracht und was hast du dort gemacht/gesehen?

Da ich derzeit in Arizona lebe, deshalb habe ich meinen letzen Urlaub auch bei meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland und der Tschechischen Republik verbracht. Ich bin von Phoenix in Arizona über Houston, Texas und nach Frankfurt in Deutschland geflogen und von dort dann heim in der Gegend von München. Wegen des Jetlags habe ich in der ersten Woche sehr viel geschlafen und habe viel Zeit zu Hause mit meiner Familie verbracht. In Deutschland selbst habe ich dieses Mal wenig besichtig. In den verbleibenden beiden Wochen bin ich dann zu einer Freundin nach Prag gefahren und habe mir mit ihr die geschichtsreiche Stadt, die die Hauptstadt der Tschechischen Republik ist, angesehen. Was hat mir dort besonders gut gefallen? Die alten Häuser in der Innenstadt mit den engen romantischen Gässchen haben mir besonders gut gefallen, ebenso das Judenviertel Josefstadt. Ich kann die Stadtführungen der deutsch- und englischsprachigen Stadtführer sehr empfehlen! Ich muss sagen, dass mir im Urlaub vor allem der Kontakt mit den Menschen wichtig ist. Ich war schon oft in Prag und habe natürlich auch den Wenzelsplatz, den Karlsplatz, die Prager Burg, die Karlsbrücke und das Rathaus mit der astronomischen Uhr gesehen. Aber viel wichtiger waren mir die Erlebnisse und die gemeinsame Zeit mit meinen Freunden als dass ich mir Sehenswürdigkeiten ansehe. Die letzten Ziele waren daheim in Deutschland, in Bayern, und dann Prag.